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Ich hatte einen Schlaganfall

Freitag 13. Dezember 2002, traf es mich aus heiterem Himmel. Plötzlich fühlte ich Schwindel, ein nie gekanntes Kribbeln und der rechte Arm gehorchte mir nicht mehr. Angst erfüllte mich. Der Notarzt veranlasste sofort die Aufnahme in der nächst gelegenen Stroke Unit. Bei der Untersuchung fehlten mir die Worte; auch wenn ich die Fragen und Aufforderungen des Arztes verstand, ich konnte nicht mehr antworten, konnte nicht mehr meinen rechten Arm und mein rechtes Bein bewegen. Ich hatte einen Schlaganfall.


Nach der Akutversorgung kam ich auf die Station für Frührehabilitation. Schonend wurde mir beigebracht, dass die Rückbildung meiner Beschwerden – gekommen aus heiterem Himmel – einer längerfristigen spezifischen neurologischen Rehabilitation bedürfen. Mit meinem Einverständnis wurde der Antrag für ein Anschlussheilverfahren im NRZ Rosenhügel gestellt. Die Bewilligung des Antrags durch meine Versicherung erfolgte prompt.

 

War ich armselig, als ich mit der Rettung im Rollstuhl sitzend ins NRZ Rosenhügel gebracht wurde. An der Rezeption wurde ich willkommen geheißen, dem Sanitäter wurde meine zukünftige Station mitgeteilt. Auf der Station wurde ich vom Pflegepersonal empfangen und mit dem Tagesablauf vertraut gemacht. Bei der nachfolgenden Aufnahmeuntersuchung – sprechen konnte ich bereits einige wenige Worte – durch den Arzt in Begleitung einer Pflegeperson erfolgte nach einer gründlichen Untersuchung die Festlegung meines persönlichen Rehabilitationsziels, und die Erläuterung der durchzuführenden funktionsdiagnostischen Untersuchungen sowie meiner, mich erwartenden Therapien. Die Hoffnung, dass es vielleicht doch einen Weg zurück gibt wurde bestärkt durch die Ausführung der bereits eingetretenen Verbesserungen: schließlich konnte ich bereits das Bein bewegen, auch wenn mich die Kraft beim Stehen noch verließ und auch im Arm zeichneten sich erste „Lebenszeichen“ ab. Aufgemuntert hat mich die Aussicht, meine verlorengegangenen Fähigkeiten größtenteils wiederzuerlangen. Motiviert kam ich meinem täglich Therapieprogramm nach:

  • Stehtraining im Stehtisch als Vorbereitung zum Gehen
  • Physiotherapie mit dem Ziel des Gehens – anfangs mit Hilfsmittel und vielleicht später ganz allein; doch das war ein langfristiges Ziel
  • Ergotherapie um nicht mehr auf fremde Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Waschen, Anziehen und Essen angewiesen zu sein
  • Logopädie mit dem Ziel mit meiner Familie und meinen Freunden wieder kommunizieren zu können
  • Neuropsychologisches Gedächtnis- und Konzentrationstraining sowie Rechentraining
  • Mesh glove Stimulation zur Aktivierung meiner langsam schleichend wiederkehrenden Arm- und Handfunktion
  • Aktivierende Rehabilitationspflege zur Förderung meiner wiedergewonnenen Fähigkeiten im Alltag

Die regelmäßigen Visiten und Gespräche mit meinem betreuenden Arzt halfen mir meine Schwierigkeiten im Alltag, bedingt durch meinen Schlaganfall zu verstehen und sukzessive lernte ich mit meinen „Schwächen“ umzugehen. Gegen Ende meines Aufenthaltes wurden sämtliche funktionsdiagnostischen Untersuchungen wiederholt, die Ergebnisse mit meinen Anfangsuntersuchungen verglichen und mir im Abschlussgespräch erklärt. Bestätigung fand, was ich selbst spürte: durch stetige Fortschritte hatte ich das vereinbarte Rehabilitationsziel erreicht.


Am Tag meiner Abreise konnte ich mich mit einem Händedruck von den Schwestern verabschieden und ging mit meinen 4-Punkt Stock zur Rezeption. Ich konnte mich mit flüssigen Worten bei den Damen abmelden. Meine Angehörigen holten mich mit dem Auto ab und es machte mir keine Schwierigkeiten mich hineinzusetzen. Als ich die Ausfahrt des NRZ Rosenhügel verließ wusste ich ein neuer Lebensabschnitt mit viel Lebensqualität hat begonnen.

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