Die ersten Symptome, Zittern der linken Hand und Muskelverspannung im Bereich der linken Schulter, kamen schleichend. Die Diagnose Parkinson traf mich vor 10 Jahren aus „heiterem Himmel“. Trotz regelmäßiger Einnahme der verordneten Medikamente kam es über die Jahre zu einer Verschlechterung meiner Beweglichkeit, ich wurde immer „tollpatschiger“ und benötigte bei einfachen Dingen wie Schneiden von Fleisch mehr und mehr die Hilfe anderer. Auf Drängen meiner Familie stellte mein behandelnder Arzt einen Antrag für neurologische Rehabilitation im NRZ Rosenhügel, welcher von meiner Versicherung schließlich genehmigt wurde.
Beim Eintreffen im NRZ Rosenhügel wurde ich herzlich an der Rezeption begrüßt. Das freundliche Pflegepersonal begleitete mich auf mein Zimmer und vermittelte mir erste Informationen zum Haus, den Tagesablauf und zur Menüauswahl. Im Anschluss daran erfolgte das Aufnahmegespräch und die Erstuntersuchung durch den Arzt in Begleitung einer Pflegeperson im Untersuchungszimmer der Station. Nach ausführlicher Erhebung meiner Krankengeschichte durch beide, wurde ich sehr genau untersucht. Abschließend wurde mit mir mein Rehabilitationsziel besprochen und mir erklärt, welche funktionsdiagnostischen Untersuchungen und Therapien mich erwarten. Einen positiven Eindruck hinterließ bei mir, dass auf meine individuellen Probleme und Bedürfnisse bei der Therapieeinteilung eingegangen wurde. Mein tägliches Therapieprogramm sah folgendermaßen aus:
- Physiotherapie für meine Unbeweglichkeit und meine Startschwierigkeiten beim Gehen
- Ergotherapie für meine „Tollpatschigkeit“
- Logopädie für meine leise undeutliche Sprache
- Balancetraining in der Sporttherapie zur Verbesserung meines Gleichgewichts
- Aktivierende Rehabilitationspflege bei Verrichtungen im Alltag
Bereits nach wenigen Tagen verspürte ich eine Verbesserung beim Gehen. Nur mehr selten verfiel ich in das „schlurfende“ Gehen, ich fühlte mich sicherer und die Angst vorm Stürzen war beinahe wie weggeblasen. Auch wurde ich geschickter, konnte selbst, wenn auch ein wenig langsam, mein Hemd zuknöpfen. Ließ ich mich zu Hause vielleicht ein bisschen zu sehr „verwöhnen“, wurde ich vom Pflegepersonal mit viel Geduld angehalten, unter ihrer Anleitung alles alleine zu machen, soweit ich konnte. Mein Selbstvertrauen wuchs. Zu meinem körperlichen Wohlbefinden trugen auch die prompt wirksamen Tipps der Diätassistentin zur Lösung meiner leidlichen Verdauungsprobleme bei.
Die regelmäßigen Visiten und Gespräche mit meinem betreuenden Arzt halfen mir meine Schwierigkeiten im Alltag, bedingt durch meinen Parkinson, zu verstehen. Gegen Ende meines Aufenthalts wurden sämtliche funktionsdiagnostischen Untersuchungen wiederholt, die Ergebnisse mit meinen Anfangsuntersuchungen verglichen und mir im Abschlussgespräch erklärt. Bestätigung fand, was ich selbst spürte: ich war geschickter und konnte wieder frei gehen, ohne die Angst im Hinterkopf zu stürzen.
Gestärkt durch das wiedergewonnene Selbstvertrauen, mit dem festen Vorsatz mir die wiedergewonnene „Freiheit“ zu erhalten, ging ich nach Hause.